Aufwärmroutine

Warum ich es liebe wenig (aber effizient!) zu üben

Üben ist doof. Das war meine Einstellung in meiner Kindheit.

Wie soll ich eigentlich üben? Fragte ich mich als Musikstudentin.

Endlich Übezeit! Rufe ich erleichtert, seitdem ich 3 kleine Kinder habe.

Relativ gleich geblieben über die ganzen Jahre ist die Dauer meines Übeaufwandes: plus minus eine Stunde pro Tag an ca. fünf Tagen die Woche. (Und ja: zu Studienzeiten war es doch ein klein wenig mehr 😉 )
Und jetzt macht Üben wieder Spaß! Ich möchte euch heute 3 Gedanken dazu weitergeben:

1. Effizienz vor Zeitverschwendung

Wissenschaftlich erwiesen ist es, dass das Gehirn Pausen braucht. Erst in der Ruhephase wird das gelernte abgespeichert. Warum also stundenlanges Einspielen und Ermüdung provozieren, wenn 1 – 2 Aufwärmübungen mit der Einstellung der „offenen Aufmerksamkeit“ mehr erreichen?

2. Den Körper VOR dem Instrumentalspiel aufwärmen

Ich beginne jede Übeeinheit mit ca. 5-10 min Körperübungen OHNE Instrument. Was ich da mache variiert je nach Tagesverfassung.
Alle 10-20 min während der Übephase pausiere ich ebenfalls und „schüttele“ z.B. meinen Körper aus. Denn: ein verspannter Körper kann keinen Klang fördern.

3. Üben als erforschen der Körperwahrnehmung beim Musizieren begreifen

(Danke Maria Busqué!)
IMMER Musik machen. Sinnloses Gedudel sein lassen. ALLES wird in unserem Gehirn abgespeichert! Wenn ich beim Üben auf dieselbe Art und Weise musiziere, wie ich auf der Bühne präsent sein will, so übe ich eben dieses (Körper-)Gefühl von Anfang an mit.

 

Das alles mag vielleicht „anstrengend“ klingen – aber dafür übe ich eben nur total wenig 🙂

P.S.: Natürlich variiert das Übe Pensum und die Struktur der Übeeinheit je nach Anforderung und Zeitdruck. 

…Und wie übt ihr so?

Autor

  • Orchestermusikerin, Querflötenlehrerin, Musikvermittlerin, Mentaltrainerin. Deutsche Wahlösterreicherin im Tiroler Landestheater und Symphonieorchester Innsbruck. Ich schreibe und sammle Artikel für ein zeitgemässes Musik(er)leben: Meinungen & Ideen & Tips

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